Bahnverbindung nach Leipzig im Kreuzfeuer der Kritik
Der neue Betreiber der Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig muss für seine alten Reichsbahn-Züge heftige Kritik einstecken. Die Züge seien billig und erbärmlich, sagt zum Beispiel die Direktorin der Kunstsammlungen, Ingrid Mössinger. Der Imageschaden für Chemnitz sei nicht zu beziffern, heißt es in einem Brief an die Rathausspitze. Mössinger nutzt die Verbindung zwischen Chemnitz und Leipzig regelmäßig auf Dienstreisen. Ihren Erfahrungsbericht hat sie jetzt veröffentlicht. Darin spart sie nicht mit Kritik. Die Türen der Züge ließen sich nur schwer öffnen, die Einstiegsstufen seien extrem steil. Nach Betreten der Züge befinde man sich in einem stinkenden Vorraum mit zahlreichen Hindernissen und Stolperfallen. In dem Abteilen gebe es statt eines Abfallbehälters nur Plastiktüten, das Personal sei genervt, Kunden würden sich massiv beschweren. Der Verkehrsverbund habe bei der Vergabe der Strecke eine Fehlentscheidung getroffen, so Mössinger. Dagegen müsse man sich massiv zur Wehr setzen. Seit Dezember betreibt die Mitteldeutsche Regiobahn die Strecke nach Leipzig, sie hatte ein günstigeres Angebot abgegeben als die Bahn.