Bahnstreik - 48 Stunden! Zugausfälle und Verspätungen
Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder zum 48-Stunden-Streik aufgerufen. Er beginnt im Güterverkehr schon heute um 19 Uhr und im Personenverkehr morgen 2 Uhr und dauert bis 2 Uhr am Freitag. Mit dem Streik will die GDL die Deutsche Bahn zwingen, ein besseres Tarifangebot vorzulegen.
Beide Seiten liegen doch gar nicht so weit entfernt?
Stimmt. Auf den ersten Blick sind beide Seiten fast auf einer Linie. Die GDL verlangt 3,2 Prozent mehr Geld. Das bietet auch die Deutsche Bahn an. Allerdings scheiden sich die Geister bei den Laufzeiten des neuen Tarifvertrages und den Erhöhungsstufen - die Deutsche Bahn will einen Nullrunde. Außerdem fordert die GDL eine Corona-Prämie in Höhe von 600 Euro.
Pendler trifft es hart
Bahn-Personalchef Marin Seiler sagte, ein Streik wäre eine Attacke auf das ganze Land. Die Bahn hat in den letzten Tagen eilig an Notfallplänen gearbeitet. Viele Reisende werden trotzdem im Regen stehen – nicht nur im Fern-, auch im Regionalverkehr. Nur jeder vierte Fernzug werde fahren. Beim Regionalverkehr werde das ebenfalls sehr eingeschränkte Angebot regional sehr stark schwanken, so die Deutsche Bahnen.
Selbst in den Regionen Sachsens, wo Konkurrenten wie die Länderbahn oder die Ostdeutsche Eisenbahn - ODEG - fahren, also z.B. in der Oberlausitz oder im Vogtland, kann es in den nächsten zwei Tagen zu Verspätungen und Zugausfällen kommen. Denn auch die GDL-Mitglieder bei der Bahninfrastruktur wurden zum Streik aufgerufen, also Eisenbahner in den Stellwerken zum Beispiel, die Mitglied der Lokführergewerkschaft sind.
Machtspiel zwischen David und Goliath
Manch einer wird sich fragen: Ein Stellwerker in der GDL? Die GDL ist eine vergleichsweise kleine Gewerkschaft, die aber um neue Mitglieder buhlt, und das offensichtlich recht erfolgreich. So tobt zwischen der GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ein Machtkampf.
Für die GDL sind hohe Tarifabschlüsse für möglichst viele Berufsgruppen und Beschäftigte eine Frage des Überlebens und der künftigen Wachstumsmöglichkeiten.
Dieser Kampf wird auf dem Rücken der Reisenden ausgetragen, vor allem der Pendler. Sie sollten sich rechtzeitig auf die Internetseite der Deutschen Bahn bzw. der jeweiligen Bahngesellschaft in der Region schauen, ob ihr Zug fährt, ausfällt und ob Busse eingesetzt werden.