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Auschwitz-Überlebender wird Chemnitzer Ehrenbürger

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Der KZ-Überle­bende Justin Sonder wird Ehren­bürger von Chemnitz. Das hat der Stadtrat beschlossen. Mit der Auszeich­nung wird das Engage­ment des 91-Jährigen bei der Aufar­bei­tung von Nazi-Verbre­chen gewür­digt. Justin Sonder ist Überle­bender des Konzen­tra­ti­ons­la­gers Ausch­witz. Als Zeitzeuge berichtet er zum Beispiel in Schulen über die Gräuel­täten der Nazi-Zeit. Justin Sonder wurde am 18. Oktober 1925 in Chemnitz als Sohn einer Hausfrau und eines Kaufmanns und Weinver­tre­ters geboren. Bereits in seiner Kindheit war er mit wachsendem Antise­mi­tismus konfron­tiert, erlebte in Chemnitz die Pogrom­nacht am 9. November 1938. Später erlernte er den Beruf des Kochs und musste von Herbst 1941 bis Februar 1943 Zwangs­ar­beit in einem Chemnitzer Rüstungs­be­trieb leisten. Am 27. Februar 1943 wurde Justin Sonder verhaftet und ins Konzen­tra­ti­ons­lager Ausch­witz depor­tiert. Dort überlebte er unvor­stell­bare Zustände, Hunger, Schläge, Zwangs­ar­beit und insge­samt 17 Selek­tionen. In mehreren Todes­mär­schen gelangte Justin Sonder schlie­ß­lich im April 1945 ins fränki­sche Wetter­feld, wo er am 23. April 1945 durch die ameri­ka­ni­sche Armee befreit wurde. Am 19. Juni 1945 kehrt Justin Sonder gemeinsam mit seinem Vater in seine Heimat­stadt zurück, wo er seitdem lebt.