- Der Milliarden-Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz–Leipzig ist vom Tisch. Auch bei Zuverlässigkeit und Lärmschutz gibt es schlechte Nachrichten.
Aus der Traum! Super-Bahnstrecke nach Leipzig kommt nicht
Plopp, plopp, plopp … Wie Seifenblasen sind die Träume von einer supermodernen Bahnverbindung zwischen Chemnitz und Leipzig nach und nach geplatzt. Immer wieder Verzögerungen, immer wieder Geldnot, immer wieder Ausreden.
Jetzt kommt der finale Rumms: Der vollständige zweigleisige Ausbau und die komplette Elektrifizierung werden in dieser Form nicht kommen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor.
Große Lösung hätte 1,3 Milliarden Euro gekostet
Für die große Ausbauvariante waren rund 1,3 Milliarden Euro veranschlagt worden. Vorgesehen waren zwei Gleise auf der gesamten Strecke und eine vollständige Elektrifizierung. Doch genau dieses Szenario ist nicht mehr Teil der aktuellen Planungen.
Wichtig: Die Summe von 1,3 Milliarden Euro bezieht sich ausschließlich auf diese große Gesamtlösung. Das bedeutet nicht, dass alle Arbeiten an der Strecke abgesagt wurden.
RE6 soll zehn Minuten schneller werden
Nach Abschluss der noch vorgesehenen Maßnahmen soll der Regionalexpress RE6 schneller zwischen Chemnitz und Leipzig fahren. Derzeit dauert die Fahrt rund 64 Minuten. Künftig sollen es etwa 54 Minuten sein. Das wären zehn Minuten weniger. Eine feste Zusage für regelmäßige Fernzüge gibt es allerdings weiterhin nicht.
Strecke bleibt störanfällig – Lärmschutz lässt auf sich warten
Auch nach dem Austausch der Betonschwellen läuft es auf der Strecke nicht besser. Die Zahl der Störungen an der Fahrbahn stieg 2025 sogar von sechs auf acht. Gleichzeitig nahm der dadurch verursachte Pünktlichkeitsverlust leicht zu – von 1,9 auf 2,2 Prozent. Bitter für die Fahrgäste: Die Arbeiten aus dem Jahr 2024 haben die Zuverlässigkeit damit bisher nicht verbessert.
Auch für die Anwohner gibt es keine guten Nachrichten. Die Bahnstrecke durch Chemnitz gilt zwar als sanierungsbedürftig. Beim Lärmschutz steht sie jedoch weit hinten auf der Liste. Die Deutsche Bahn vergibt für die Ortsdurchfahrt eine Priorisierungskennziffer von 10,532. Das bedeutet: vergleichsweise niedrige Dringlichkeit. Wann die Bahn überhaupt mit der Bearbeitung beginnt, ist derzeit völlig offen.
