++ EIL ++

Anwohner­ver­sammlung in Einsiedel lässt viele Fragen offen

Zuletzt aktualisiert:

Protest gegen Einsiedel Viele Fragen - keine konkreten Antworten, das ist das Ergebnis einer Anwoh­ner­ver­samm­lung zur geplanten Asyl-Erstauf­nahme in Einsiedel. Der Vizeprä­si­dent der Landes­di­rek­tion, Burkhard Kurths, wollte den aufge­brachten Anwohner nicht garan­tieren, dass es bei den vorge­se­henen 540 Plätzen bleibt. Auch konnte er nicht ausschließen, dass das ehema­lige Pionier­lager mit Flücht­lingen belegt wird, noch bevor die Stadt eine Umbau­ge­neh­mi­gung erteilt hat. Voraus­sicht­lich werden schon am Wochen­ende die ersten Menschen eintreffen - das kann der Freistaat mit einer Notsi­tua­tion begründen. Die Versamm­lung in der Turnhalle des Lagers verlief hoche­mo­tional, es gab immer wieder Zwischen­rufe. Der Andrang war groß, viele mussten stehen oder draußen bleiben. Dort wurde die Versamm­lung über Lautspre­cher übertragen. Es gab zahlreiche Wortmel­dungen. Die Einsiedler sorgen sich um die Sicher­heit in ihrem Stadt­teil und befürchten Zustände wie in der Erstauf­nahme in Ebers­dorf, wo die einst festge­setzte Belegungs­zahl inzwi­schen um mehr als das doppelte überschritten wird. Die dort gefor­derten Auflagen der Stadt ignoriert die Landes­di­rek­tion bis heute. Ein Haupt­thema auf der Versamm­lung war der Brand­schutz. Das abgele­gene Lager befindet sich direkt am Waldrand und ist nur über eine Sackgasse mit zwölf­pro­zen­tiger Steigung zu errei­chen. Der Chemnitzer Berufs­feu­er­wehr legt nach eigenen Angaben noch kein Brand­schutz­kon­zept vor. Brand­amtsrat Steffen Süß versi­cherte aber, dass im Fall eines Feuers zwei Lösch­züge mit zehn Fahrzeugen und 21.000 Liter Lösch­wasser inner­halb kürzester Zeit in Einsiedel sind. Das gelte auch im Winter, denn alle Fahrzeuge würden über Allrad und Schnee­ketten verfügen. Ein Vertreter der Freiwil­ligen Feuer­wehr Einsiedel äußerte Zweifel an dieser Aussage und wies auf die Gefahr bei einem mögli­chen Hochwasser hin. Bei einer Überflu­tung der Zwönitz wäre die Zufahrt versperrt, das hoch oben auf dem Berg gelegene Lager von der Außen­welt und allen Rettungs­wegen abgeschnitten. Für Unmut unter den versam­melten Anwoh­nern sorgte auch der Umstand, dass Stadt und Polizei zwar mit Oberbür­ger­meis­terin und Polizei­prä­si­dent hochrangig vertreten waren, der zustän­dige sächsi­sche Innen­mi­nister Markus Ulbig aber fehlte. Polizei­prä­si­dent Uwe Reißmann versprach den Anwoh­nern, dass die Sicher­heits­si­tua­tion in Einsiedel so bleiben wird wie sie ist. Dafür erntete er zahlreiche Buhrufe. Nach der Versamm­lung machten die Einsiedler auf einer Kundge­bung ihrem Unmut Luft. Die Redner kriti­sierten die Infor­ma­ti­ons­po­litik der Behörden und riefen zum Wider­stand gegen das Vorhaben auf. Die Bürger­initia­tive kündigte an, gegen die Pläne der Landes­di­rek­tion zu klagen. Die Anwohner sorgen sich um ihre Sicher­heit und um den Brand­schutz in dem abgele­genen Lager. Dem Eigen­tümer des Geländes warfen sie Profit­gier vor.