Anwohner fordern mehr Polizeipräsenz
Im Zusammenhang mit der seit Monaten anhaltenden Einbruchsserie wächst bei vielen Chemnitzern die Unsicherheit. In diesem Zusammenhang erheben Betroffene auch Vorwürfe gegen die Polizei - sie sei oft zu spät vor Ort. "Den Notruf wählen allein nutzt doch nichts" sagt zum Beispiel Mike Schneider*aus dem Lutherviertel, der schon mehrfach von Einbrechern heimgesucht wurde. Die Polizei habe immer sehr lange gebraucht, bis sie da gewesen sei. "Wenn da eine halbe Stunde vergeht, sind die Typen mit der Beute doch über alle Berge" ärgert sich Schneider. Wenigstens hat sein Vermieter jetzt reagiert: die Haustür hat ein neues Schloss, eine Einbruchssperre und eine Videokamera bekommen. Die ist offenbar nötig, denn in dem Haus gibt es noch mehr Probleme. Der Chemnitzer wohnt in einem Mehrfamilienhaus in unmittelbarer Nähe der Lutherkirche. Zwei Treppen unter ihm ist ein polizeibekannter Krimineller zu Hause, der Drogenabhängige tyrannisiert seit längerem die Hausgemeinschaft. Schneider hat auch wegen ihm schon mehrfach die Polizei gerufen. "Einmal haben die 90 Minuten gebraucht, das kann doch nicht sein!" wettert der junge Mann. Weil er am Telefon vom Einsatzführer auch angebrüllt wurde, hat er sich jetzt beim Innenministerium in Dresden beschwert. "Mein Vater ist von dem Randalierer angegriffen worden. Und die Polizei fragt mich dann noch, ob wirklich Gefahr für Leib und Leben besteht. Wir fühlen uns nicht mehr sicher hier" sagt Schneider. Die Polizei muss seiner Ansicht nach deutlich mehr Präsenz zeigen und auch anders auftreten, sonst werde sich nichts ändern. *Name von der Redaktion auf Wunsch des Betroffenen geändert