++ EIL ++

Antiinflationsschild! Tanken in Polen bald billiger

Zuletzt aktualisiert:

Tanken bleibt kostspielig. Die Preise an den Zapfsäulen sind in den vergangenen Tagen nicht wirklich gesunken. Da überlegt der eine und andere: Soll ich wirklich voll tanken?  Besser dran sind Autofahrer, die in der Grenzregion wohnen. Sie haben eine preiswerte Alternative. In Polen und Tschechien bezahlen sie im Schnitt pro Liter zwischen 25 und 40 Cent weniger, je nach Tageszeit.  Wer über die Neiße zum Tanken fährt, kann demnächst noch mehr sparen.

In unserem Nachbarland wird  am 20. Dezember ein Anti-Inflationsschild aktiviert. Er soll polnische Familien und Haushalte schützen, kündigte  Ministerpräsident Mateusz Morawiecki an.  So wird die Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe gesenkt, und zwar auf das von der EU erlaubte Mindestniveau. Die Einzelhandelssteuer  auf Benzin und Diesel soll vom 1. Januar bis 31. Mai ausgesetzt, also nicht erhoben werden. Außerdem gilt bis 31. März  ein Mehrwertsteuersatz auf Gas von nur acht Prozent statt 23 Prozent.

 Das hat Auswirkungen auf die Preise an den Zapfsäulen. Experten rechnen damit, dass sie um 20 bis 25 Groszy pro Liter fallen, vielleicht sogar um 30.  Das wären umgerechnet 5 bis 8 Cent. Derzeit kostet der Liter Benzin in Polen umgerechnet um 1,30 Euro.

Tankstellenbetreiber gehen davon aus, dass nach Inkrafttreten des Anti-Inflationsschilds noch mehr Tanktouristen über die Neiße kommen. Auch in Polen herrscht Wettbewerb an den Zapfsäulen. So kann der Kraftstoffpreis um zehn Cent variieren.  Autofahrer sollten also nicht gleich die erste Tankstelle hinter der Grenze ansteuern. Faustregel: Ist die Tanke weiter von der Autobahn oder Fernverkehrsstraße entfernt, liegt der Spritpreis meist auch ein paar Cent niedriger.

Die Kernpunkte des Anti-Inflationsschildes auf einen Blick:

  • die Verbrauchsteuer auf Kraftstoffe ab dem 20. Dezember – auf das von der Europäischen Union erlaubte Mindestniveau – zu senken. Darüber hinaus werden Kraftstoffe vom 1. Januar bis zum 31. Mai 2022 von der Einzelhandelssteuer befreit.
  • den Mehrwertsteuersatz für Gas vom 1. Januar bis 31. März 2022 von 23% auf 8% zu senken,
  • die Verbrauchsteuer und den Mehrwertsteuersatz für Strom vom 1. Januar bis 31. März 2022 auf 0% bzw. von 23% auf 5% zu senken.
  • Schließlich soll den bedürftigsten Familien ein Zuschuss von 400 bis 1150 Zloty (85 bis 245 Euro) gewährt werden. Ursprünglich wollte die polnische Regierung den Mehrwertsteuersatz auf Lebensmittel auf 0% senken, was jedoch von der Europäischen Union nicht genehmigt wurde. (Quelle: www.visegradpost.com)