++ EIL ++

Angeklagter im Mordprozess beschuldigt Witwe des Opfers

Zuletzt aktualisiert:

Im Prozess um den Mord im Chemnitzer Stadt­teil Ebers­dorf hat der mutma­ß­liche Täter die Mitan­ge­klagte beschul­digt, konkrete Absichten zur Tötung ihres Ehemannes gehabt zu haben. In einer von seinen Anwälten verle­senen Aussage erklärte der 39-Jährige am Montag, im Auftrag der Witwe und gemeinsam mit ihr die Möglich­keit für einen Auftrags­mord zu erkundet zu haben. Dafür habe er in Johann­ge­or­gen­stadt 2015 Kontakt zu einem Bekannten aus der Biker-Szene aufge­nommen. Bei einem Treffen mit dem Mann sei der aus Kenia stammenden Frau in seinem Beisein dafür ein Preis von 30 000 Euro genannt worden. Ein Arran­ge­ment sei jedoch nicht zustande gekommen. Zudem sagte der 39-Jährige, die Witwe des Opfers habe Pläne zur Vergif­tung ihres Ehemannes gehabt. Er habe gemeinsam mit der 31-Jährigen sowie in ihrem Auftrag Crystal Meth gekauft. Dies habe sie ihrem Mann unter anderem aufge­löst in Sekt verab­reicht. Zum Prozess­auf­takt hatte der Angeklagte gestanden, am 13. September 2016 den Ehemann der Mitan­ge­klagten mit einer Machete getötet zu haben. Dazu sei er von seiner Ex-Geliebten angestiftet worden. Die Witwe indes bestritt, etwas mit dem Tod ihres Mannes zu tun zu haben. Auch habe sie ihren früheren Freund nicht angestiftet. Der Angeklagte und die Frau haben eine gemein­same Tochter, die gerade zur Schule gekommen ist. Der Beschul­digte sagte zudem aus, dass er im Auftrag der Mitan­ge­klagten ihren letzten Geliebten und Vater ihrer zweiten Tochter habe vergiften sollen. Dazu habe er im August 2016 in dessen Wohnung eine Crystal-Lösung in die Kaffee­ma­schine gespritzt. Den Schlüssel habe er von der Frau bekommen. Als Zeuge schil­derte der 36-jährige Betrof­fene, dass sein Kaffee am Folgetag merkwürdig geschmeckt habe. Obwohl er nur wenige Schlucke getrunken habe, habe er für zwei Tage ins Kranken­haus müssen. „Ich kann froh sein, dass ich noch lebe.“ Zwei langjäh­rige Freunde des Angeklagten äußerten hingegen als Zeugen die Einschät­zung, dass sie ihm die Tat zu keinem Zeitpunkt zugetraut hätten und auch jetzt nicht zutrauen würden. Daran habe sich nichts geändert, nachdem er ihnen Details der Tat genannt hatte. Er könne sich nicht vorstellen, dass der Beschul­digte das fertig­ge­kriegt habe - auch nicht unter Alkohol, meinte ein 37-Jähriger. Ein anderer Freund beschrieb dan Angeklagten als trottelig, naiv und behäbig. Dieser könne beim Angeln nicht einmal einen Fisch töten, bemerkte der 52-Jährige. Er vermute, dass seine Ex-Geliebte ihn fertig­ge­macht habe. Ein Arbeits­kol­lege ergänzte, dem Angeklagten habe die Bezie­hung nicht gut getan. Alle drei Zeugen zeich­neten von dem 39-jährigen das Bild eines fried­fer­tigen Menschen, mit dem es nie zum Streit kam. Der Prozess wird am Mittwoch fortge­setzt.