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Alstom Bautzen startet neue Fertigungslinie - und was wird aus dem Standort Görlitz?

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Alstom setzt langfristig auf Bautzen. Der Standort stehe für Qualität, Zuverlässigkeit und Präzision. Er werde weiterentwickelt, sagte der Präsident der Alstom-Dach-Region Müslüm Yakisan heute zur Eröffnung einer neuen Fertigungslinie in Bautzen. Dort werden 34 Regionalzüge für Rumänien gebaut. Rund 400 Millionen Euro bringt der Auftrag ein. Für die Fertigungsanlage hat Alstom 2,3 Millionen Euro investiert. Für den Standort Görlitz werde an einer Perspektive gearbeitet, so  Yakisan. Es gehe darum, mit allen Mitteln Industriearbeitsplätze zukunftsfähig zu schaffen. Alstom werde sich an den Zukunftstarifvertrag bis 2026 halten.

„Wir werden in Görlitz keine Papiertüten fertigen“

Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass der Waggonbaustandort Görlitz an ein Maschinenbauunternehmen verkauft werden soll. Maschinenbau sei das klassische Knowhow in Görlitz. „Wir werden dort nicht anfangen, Papiertüten zu fertigen.“ Wer der Interessent ist, dazu hielt sich der Alstom-Manager bedeckt. Im Werk Görlitz sind noch rund 700 Beschäftigte tätig.

Kretschmer geht nicht auf Görlitz ein

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer lobte die Entwicklung des Alstom-Standortes Bautzen, ging aber nicht auf Görlitz ein. „Wir sind jetzt in Bautzen und freuen uns über diesen Erfolg“, sagte uns der CDU-Politiker. Es gehe nun darum, diese Entwicklung fortzusetzen. Sein Ziel sei der Aufbau eines Sondervermögens der Deutschen Bahn, aus dem auch Schienenfahrzeuge finanziert werden.

Bautzener Werk bis 2033 ausgelastet

Alstom hatte vergangene Woche einen Großauftrag von mehr als vier Milliarden Euro  über die Lieferung von 90 Nahverkehrszügen für die S-Bahn im Rheinland bekannt gegeben. Bautzen übernimmt Innenausbau, Endfertigung und Prüfung. Rohbau und Komponentenfertigung werden aber u.a. in Osteuropa erfolgen, so am Alstom-Standort in Breslau (Polen).

Laut Alstom soll der Auftrag bis 2033 abgearbeitet werden.Die ersten neuen S-Bahnen werden  ab Mitte 2029 im Probebetrieb auf die Strecken im Rheinland und im Ruhrgebiet gehen. Mit dem Auftrag werde der Standort Bautzen weiter gestärkt, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Mit dem Auftrag für Rumänien und der neuen Fertigungslinie „Coradia Stream-Line“ kommt ein weiteres Standbein für Bautzen hinzu. Damit werde der Standort mit seinen über 1.000 Beschäftigten auf eine zukunftssichere Basis gestellt, so Yakisan. Damit sei das Werk bis 2033 ausgelastet, sagte Standortleiterin Beata Krehel.

Audio:

Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Müslüm Yakisan, Präsident der Dach-Region Alstom
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer