Aktionsbündnis bereitet friedlichen Protest gegen Nazi-Demo vor
Chemnitz stellt sich im Kampf gegen Rechtsextremismus neu auf. Weil am 5. März erneut Nazis durch die Stadt marschieren wollen, haben Vereine, Verbände, Unternehmen und Parteien diesmal eine noch größere Protestaktion organisiert. Auch der Stadtsportbund, die Städtischen Theater und Kirchenvertreter sind dabei. Mit der Aktion wollen die Initiatoren ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen und zeigen, dass für Nazis in Chemnitz kein Platz ist. Zentrale Veranstaltung wird eine Friedenskundgebung sein, die um 18 Uhr auf dem Neumarkt beginnt. Zuvor startet bereits um 17 Uhr von sechs Chemnitzer Kirchen aus ein Sternmarsch Richtung Innenstadt. Damit soll den Chemnitzern die Angst genommen werden, an diesem Tag in die Innenstadt zu kommen - im vergangenen Jahr hatte die massive Polizeipräsenz viele Menschen davon abgehalten. Diesmal sollen es mehr werden, hofft Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Das darf uns nicht noch mal passieren, sagt sie mit Rückblick auf die Ereignisse am 5. März 2011.„Die Erkenntnisse der vergangenen Monate haben deutlich gezeigt, dass rechtsextremes Gedankengut keineswegs aus den Köpfen verschwunden ist“, so Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. „Diejenigen, die versuchen, Gedenktage wie den 5. März für ihre Zwecke zu missbrauchen, verbreiten die gleiche Ideologie, die nach 1933 für Millionen Menschen Leid und Tod bedeutete. Es ist unsere Verantwortung, den Ewiggestrigen und Unbelehrbaren die Wahrheit entgegen zu setzen. Der Respekt vor den Opfern alter und neuer Nazis gebietet uns, das Erinnern wach zu halten, und mit dem Bekenntnis zu Frieden und Demokratie zugleich zu zeigen: In unserer Stadt wollen wir Nazis keinen Platz geben. Ich bin froh, dass sich schon jetzt so viele hinter diesem gemeinsamen Ziel versammelt haben und hoffe, dass sich viele Chemnitzerinnen und Chemnitzer anschließen werden.“ An der Aktion beteiligt sich auch die Industrie- und Handelskammer. IHK-Präsident Gunnar Bertram will die Botschaft vom friedlichen Protest in die Unternehmen hineintragen und so viel wie möglich Mitarbeiter für den Friedenstag mobilisieren. Gemeinsam mit der Handwerkskammer und ihren Firmen will auch die Chemnitzer Wirtschaft Flagge zeigen. Handwerkskammer-Präsident Dietmar Mothes will vor allem die Lehrlinge mobil machen, denn die Unterstützung vieler junger Leute sei für die Aktion enorm wichtig. Mit dem Chemnitzer Friedenstag wird alljährlich der Zerstörung der Stadt durch alliierte Bomberverbände am 5. März 1945 gedacht. Traditionell gibt es eine Kranzniederlegung auf dem Städtischen Friedhof. Die Veranstaltungen auf dem Neumarkt beginnen bereits um 16 Uhr mit einer Kinder-Malaktion. Nach der zentralen Kundgebung gibt es um 20 Uhr einen Friedensgottesdienst in der Jakobikirche. Danach läuten um 21 Uhr alle Chemnitzer Kirchenglocken gemeinsam zum Gedenken.