Agrarminister treffen sich in Dresden
In Dresden findet bis zum Freitag die Agrarministerkonferenz (AMK) statt. Die 16 Landwirtschaftsminister der Bundesländer beraten unter anderem über die gemeinsame Agrarpolitik der EU sowie der geplanten Freihandelszone der EU und des südamerikanischen Staatenbunds Mercosur. Weitere Themen der dreitägigen Konferenz sind die Situation bei Pflanzenschutzmitteln, der Insektenschutz, der Schutz von Weinreben sowie Rahmenbedingungen für den Ökolandbau.
Vor dem Veranstaltungsort der Konferenz gab es eine Kundgebung von mehr als 50 Landwirten. Diese warfen den Ministern Versäumnisse bei dem Management der Afrikanischen-Schweine-Pest vor. Zudem forderten sie Verbesserungen wegen der hohen Zahl von Wolfsrissen. Zahlreiche Weidetierhalter hätten dadurch starke Bedenken, ihre Tiere auf naturnahen Flächen zu stellen.
Auch die Preispolitik der Lebensmittelhändler war im Fokus. Diese würde dafür sorgen, dass Preise für die Landwirte vorgegeben werden, die die Kosten der Bauern kaum oder gar nicht decken. In den vergangenen 15 Jahren musste jeder dritte landwirtschaftliche Betrieb in Sachsen aufgeben.
Am Rande der Konferenz gab es auch kritische Worte von dem sächsischen Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne). „Wir könnten und müssten viel weiter sein. In Berlin hat man versucht, wichtige und unausweichliche Entscheidungen auf die Zeit nach der Bundestagswahl zu verschleppen oder ganz auszusitzen“, sagte Günther der Deutschen Presse-Agentur. Zum Glück sei das nicht gelungen. „Das ist auch dem Geist der Zusammenarbeit zwischen den Ländern zu verdanken, trotz aller politischen Unterschiede, die es hier gibt.“ Das Haus von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) habe seine Hausaufgaben „zuverlässig nicht gemacht“. (mit dpa)