ADFC fordert Kommunen auf Radwege besser zu räumen

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Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen wirft den Kommunen Versäumnisse beim Räumen von Schnee vor. «Wer bei diesen Schneemengen auf das Rad angewiesen ist, ist nicht sicher», sagte Geschäftsführer Konrad Krause auf Anfrage. Für die Autofahrer würden die Straßen geräumt und der Schnee dabei sogar noch auf die Radwege geschoben. Selbst bei dem jetzt einsetzenden Tauwetter türmten sich an Kreuzungen die Schneeberge und Eisklumpen, ein Durchkommen mit dem Rad sei nahezu unmöglich. Den Radlern bliebe oftmals nur das gefährliche Ausweichen auf die Straßen.

«Was wir brauchen, ist ein Rad-Winternetz, wie es andere Städte in Dänemark und den Niederlanden haben. Zumindest die Hauptrouten sollten für Radfahrer geräumt werden», betonte Krause. Trotz des gerade in der Coronazeit gestiegenen Interesses an Fahrrädern, sei das Rad noch lange nicht als gleichwertiges Verkehrsmittel im Vergleich zum Auto angekommen.

Radfahrern ist es laut Krause rechtlich nicht erlaubt, auf Gehwegen zu fahren, selbst wenn der Radweg unbefahrbar ist. «Es bleibt nur der Ausweg über die Straße. Es fehlt dann aber leider auch bei vielen Autofahrern die Akzeptanz gegenüber Fahrradfahrern.» Dies sei eine Mentalitätsfrage und einige Autofahrer beanspruchten die Straße nach wie vor als «ihren ureigenen Verkehrsweg».

Krause rät Radfahrern, auf jeden Fall auf der Straße zu fahren, wenn der Radweg unpassierbar ist. «Vom Hupen der Autos fällt niemand hin und verletzt sich.» Wenn sich aber die Gelegenheit ergibt, sollte man an den Rand fahren und die Autos passieren lassen.

Helfen könnte der vermehrte Einsatz von Fahrradstreifen der Polizei. Hupen, Drängeln und zu enges Überholen von Autofahrern könnten mehr bestraft werden. «Leider richtet sich bei vielen dieser Fahrradstaffeln aber das Hauptaugenmerk auf Delikte von Radlern», betonte Krause.