- Rund 200 Menschen drängten sich in der Chemnitzer Galerie Schmidt-Rottluff. Zur Vernissage der neuen Udo-Lindenberg-Ausstellung wurde das Chemnitz-Gemälde des Künstlers versteigert.
8.800 Euro für Lindenbergs Chemnitz-Bild
Ein schmaler Raum, zwei Etagen, dicht gedrängt stehen die Menschen an den Geländern. Unten recken sich Smartphones in die Höhe, oben beugen sich Besucher über die Brüstung. Stimmen, Lachen, gespannte Blicke – und mittendrin ein Bild, das gerade den Besitzer wechselt. Man spürt es sofort: Hier passiert mehr als nur eine Ausstellung. Hier passiert ein Moment.
Kunst, die verbindet
In der Galerie Schmidt Rottluff in Chemnitz dreht sich derzeit alles um Udo Lindenberg. Anlass ist sein 80. Geburtstag – und die Schau hat Gewicht. Mehr als 30 originale Werke sind zu sehen, hochwertige Siebdrucke, mit Bleistift veredelt, signiert und nummeriert. Keine flüchtige Deko, sondern Kunst mit Handschrift. Oder anders gefragt: Wann haben Sie zuletzt ein Bild gesehen, das klingt wie ein Song? Galerist Benedikt Preiss sagt: „Das Prinzip der Motive ist Rock and Peace“. Und genau so wirken die Arbeiten. Laut und leise zugleich. Frech, aber nie beliebig.
Ein Stern für Chemnitz
Der Höhepunkt des Abends? Ohne Zweifel das Unikat „Stern über Chemnitz“. Ein Werk, das nicht irgendwo entstand, sondern ganz bewusst für diesen Anlass. „Wir haben Udo gefragt, ob er uns ein Bild malt, extra für Chemnitz und Udo hat ein tolles Unikat gemalt, mit einer großen Sternschnuppe und einem Stern darauf.“ Die Auktion entwickelte schnell ihre eigene Dynamik. Geplant war ein Einstieg bei 50 Euro – doch schon das erste Gebot lag bei 6.000. Am Ende setzte sich ein Chemnitzer Unternehmer durch. Per Telefon. Für 8.800 Euro.
„Udo wird sich freuen.“
Rund 200 Gäste kamen zur Vernissage. Und wer das Foto betrachtet, versteht sofort: Es war voll. Richtig voll. Menschen auf beiden Ebenen, Schulter an Schulter, die Blicke nach unten gerichtet – wie bei einem Konzert, nur dass hier ein Kunstwerk im Rampenlicht steht. Dazu Musik von „el Paniko“ und dem Katastrophenorchester. Eine Modenschau, inspiriert von Lindenbergs Stil. Farben, Klänge, Bewegung – die Galerie wurde zur Bühne.
Wenn Kunst mehr bewirkt
Doch der vielleicht stärkste Moment liegt hinter den Zahlen. Denn der Erlös der Auktion – rund 8.000 Euro nach Steuern – geht an die Lukas Stern Stiftung, die schwerkranken Menschen Herzenswünsche erfüllt. Und Lindenberg selbst setzt noch einen drauf: Fünf seiner Grafiken, die in Chemnitz zu sehen sind, werden personalisiert. Käufer können sich von Udo einen Wunschtext auf das Bild schreiben lassen.
Ein Blick, der bleibt
Zurück zu diesem Raum. Zu den Menschen am Geländer. Zu den erhobenen Handys, den neugierigen Blicken, der Spannung in der Luft.
Und irgendwo dazwischen: dieser eine Moment, in dem Kunst plötzlich nicht mehr nur an der Wand hängt – sondern Menschen zusammenbringt.
