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70.000 Euro ergaunert! Polizei schnappt angeblichen Bankmitarbeiter

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Es begann mit einem Telefonat: Am 17. März 2025 wurde ein 98-jähriger Mann aus Chemnitz-Grüna von einem angeblichen Bankmitarbeiter kontaktiert. Dieser sprach von verdächtigen Aktivitäten auf dem Konto und einer drohenden Sperrung. Die Lösung? Persönliche Daten preisgeben – inklusive PIN. Kurze Zeit später stand ein vermeintlicher Polizist vor der Tür und nahm EC-Karte sowie mehrere tausend Euro mit, bei denen es sich angeblich um Falschgeld handelte.

Eine Serie mit System

Diese Masche war kein Einzelfall. Zwischen dem 17. und 21. März registrierte die Polizei insgesamt 20 ähnliche Fälle – die meisten in Chemnitz, einige in Oelsnitz/Erzgebirge, Zwickau und Hohenstein-Ernstthal. In neun Fällen kam es tatsächlich zur Übergabe von Bargeld oder EC-Karten. Der finanzielle Schaden: über 70.000 Euro. In den übrigen Fällen blieb es beim Versuch. Die Angerufenen wurden misstrauisch und beendeten das Gespräch – noch bevor es teuer wurde.

Daten, Karten, Durchsuchungen

Die Kriminalpolizei Chemnitz nahm die Ermittlungen auf. Ausgewertet wurden Überwachungsvideos und Daten von Geldautomaten, an denen mit gestohlenen Karten Geld abgehoben wurde. Die Spur führte schließlich zu einem 36-jährigen Mann mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit. Er war auch im Westen Deutschlands mit ähnlichen Betrugsmaschen aufgefallen. Im April klickten in Nordrhein-Westfalen die Handschellen. Bei Durchsuchungen in seiner Wohnung wurden EC-Karten sichergestellt – darunter auch solche aus den sächsischen Fällen.

Verdacht erhärtet – U-Haft verhängt

Die Beweislage: umfangreich. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tatverdächtige sowohl für die Abholungen als auch für die Geldabhebungen verantwortlich ist. Seit seiner Festnahme sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Die Polizei warnt weiterhin: Bei verdächtigen Anrufen von angeblichen Bankmitarbeitern – auflegen und selbst bei der Bank nachfragen. Denn Betrug am Telefon bleibt ein aktuelles Thema.