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  • Wenn am Samstagabend in Grüna die Scheinwerfer angehen, geht es nicht nur um jeden Meter. Der WSV Grüna feiert zugleich ein besonderes Jubiläum: Die Gußgrundschanze wird 70 Jahre alt.

70 Jahre Gußgrundschanze: Grüna feiert mit Flutlicht-Skispringen

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Wenn am Samstagabend in Grüna die Scheinwerfer angehen, geht es nicht nur um jeden Meter. Der WSV Grüna feiert zugleich ein besonderes Jubiläum: Die Gußgrundschanze wird 70 Jahre alt. Rund 50 Skispringer erwartet Vereinschef Uwe Hausstein zum 36. Abendsprunglauf. Nachwuchstalente treten dabei ebenso an wie erfahrene Springer aus Sachsen und der Region. „Wir sind Skisprungverrückte halt“, sagt Hausstein.

Gesprungen wird auf der K39-Schanze. Der K-Punkt liegt bei 39 Metern, möglich sind nach Angaben des Vereins aber auch Weiten von 42 oder 43 Metern. Die Gußgrundschanze wurde am 2. Februar 1956 eingeweiht. Ihren Namen verdankt sie ihrer Lage im Gußgrund, durch den der Gußbach fließt.

Einer der letzten Vereine der Region

Für Hausstein ist das Jubiläum auch ein Blick zurück. Viele Skisprungvereine, die nach dem Krieg in der Region entstanden, gibt es heute nicht mehr. „Wir sind einer der Vereine, die in der Region übrig geblieben sind“, sagt er. Rund 170 Mitglieder zählt der WSV Grüna, etwa 40 davon sind aktiv. Hausstein bezeichnet den Verein als einen der stärksten im Skiverband Sachsen.

Zur Geschichte gehört auch Falko Weißpflog. Der spätere DDR-Spitzenspringer kam aus Grüna und startete für die BSG Motor Grüna. 1976 stellte er einen Weltrekord im Skifliegen auf, zwei Jahre später gewann er WM-Bronze. Weißpflog hat den österreichischen Musiker Johann Hölzel zu dessen Künstlernamen inspiriert. Aus „Falko“ wurde später Falco.

Nachwuchs springt international

Auch heute bringt Grüna erfolgreiche Talente hervor. Megi-Lou Schmidt trainiert am Bundesstützpunkt in Klingenthal. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2026 in Lillehammer gewann sie mit dem deutschen Team Silber. „Wir haben auch derzeit gute Aktive unterwegs“, sagt Hausstein.

Neue Schanzen sind geplant

Damit der Nachwuchs auch künftig in Grüna trainieren kann, soll das Skisprungzentrum erweitert werden. Geplant sind eine größere und mehrere kleinere Schanzen. Bei der Stadt Chemnitz läuft dafür ein Bebauungsplanverfahren. Zwei Millionen Euro hat der Stadtrat nach Angaben des Vereins bereits zugesagt. Für das Gesamtprojekt reicht das Geld aber noch nicht. „Die Finanzierung steht noch nicht ganz“, sagt Hausstein. Erst wenn Planung und Finanzierung abgeschlossen sind, können die Bauarbeiten beginnen.

Am Samstag gehört die Bühne aber erst einmal der alten Gußgrundschanze – 70 Jahre nach ihrer Einweihung.