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2015 war ein schlechtes Jahr für viele sächsische Landwirte

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Dresden (dpa/sn) - Landwirte in Sachsen hatten in diesem Jahr mit Gewinn­ein­brü­chen und Preis­ver­fall zu kämpfen. Für Milch­vieh­be­triebe sowie Schweine- und Geflü­gel­halter sei es das „schwerste Jahr seit der Wende“ gewesen, sagte der Haupt­ge­schäfts­führer des Landes­bau­ern­ver­bandes, Manfred Uhlemann, der Deutschen Presse-Agentur. Die Gewinne mancher Betriebe seien im Vergleich zum Vorjahr um etwa 35 Prozent gesunken - und damit drastisch einge­bro­chen. Ledig­lich im Ackerbau stünden die Landwirte besser da.Uhlemann verwies auf gesun­kene Agrar­preise und den Wettbe­werb im Lebens­mit­tel­handel, der auf dem Rücken der Bauern ausge­tragen werde. So bekämen Landwirte derzeit zwischen 25 und 26 Cent pro Liter Milch, die Kosten für die Produk­tion lägen aber bei 35 Cent. „Beim Schwei­ne­fleisch sieht es nicht besser aus“, so Uhlemann. Im Schnitt machten die Landwirte ein Minus von 40 Euro pro Schwein. Auch der Verkauf von Eiern sei für Geflü­gel­halter ein Verlust­ge­schäft.Hinzu komme noch, dass die Landwirte wegen der Wirtschafts­sank­tionen nicht mehr nach Russland liefern könnten und die Kunden in China weniger kauften. Angesichts dieser Entwick­lung fürchtet Uhlemann, dass zuneh­mend Landwirte in Existenznot geraten. „Manche Betriebe sind auch schon an dieser Stelle.“Etwa 20 Milch­vieh­be­triebe seien sachsen­weit in Schwie­rig­keiten, schätzt Uhlemann. Mit einigen sei der Verband im Gespräch, um bei der Suche nach neuen Stand­beinen zu helfen. Für die Bewirt­schaf­tung von Grünflä­chen sei etwa die Umstel­lung auf Mutter­k­uh­hal­tung denkbar, die wenig Technik und Arbeits­kraft erfor­dere. Das funktio­niere aller­dings nur bei Landwirten, die nicht in die Milch­pro­duk­tion inves­tiert hätten und ihre Schulden bei der Bank abbezahlen müssten.Schwei­ne­halter haben es da einfa­cher, auf die Krise zu reagieren: „Dann steht der Stall mal ein halbes Jahr leer.“ 16 Schwei­ne­halter haben laut Verband ihre Produk­tion bereits herun­ter­ge­fahren und etwa auf das Aufstallen verzichtet. Schon heute komme nur jedes dritte Schnitzel aus Sachsen, erklärte Uhlemann. Künftig könnten es noch weniger sein.In Sachsen erzeugen etwa 190 000 Milch­kühe pro Jahr rund 1,7 Millionen Tonnen Milch. Im vergan­genen Jahr wurden mehr als 679 000 Schweine gehalten - davon etwa 210 000 Mastschweine.