18. Chemnitzer Friedenspreis verliehen

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Ein stadtbekannter Musiker aus Tansania ist mit dem Chemnitzer Friedenspreis gewürdigt worden. Arba Manillah organisiert seit Jahren Workshops und Jam-Sessions für Kinder, Migranten und Menschen mit Handicap. Der Kita-Erzieher bekam deshalb die Auszeichnung für sein unermüdliches Engagement, ein friedliches Zusammenleben in Chemnitz zu fördern - verbunden mit einem Preisgeld von 500 Euro sowie der Friedenspreis-Skulptur des Bildhauers Erik Neukirchner.

Der zweite Preis ging an Adel Matar. Der Palästinenser flüchtete aus Syrien und lebt seit rund sieben Jahren in Chemnitz. Er engagierte sich als einziger Araber beim Chemnitzer Willkommensdienst, der 2015/2016 nachts Flüchtlinge am Hauptbahnhof in Empfang nahm und sie in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Ebersdorf begleitete. Außerdem gründete er die Initiative „2 Tage für Chemnitz“. Mit anderen Flüchtlingen leistet er Nachbarschaftshilfe, überall dort, wo er gebraucht wird. Für diesen Einsatz erhielt er die zum zweiten Preis gehörende Summe von 300 Euro.

Der dritte Preis wurde vergeben an den Brückenbauer Chemnitz e.V. Der Verein baut Brücken zwischen Flüchtlingen, Migranten und Einheimischen, um Barrieren und Vorurteile abzubauen. Nahe der Erstaufnahmeeinrichtung betreibt er die Begegnungsstätte „Chemnitzer Brücke“. Die Vereinsmitglieder bieten Gastfreundschaft und praktische Hilfe, vermitteln Beziehungen zwischen Einheimischen und Migranten und bauen Sprachbarrieren ab. Für sein langjähriges, ehrenamtliches und zielstrebiges Engagement für und mit Geflüchteten wurde der Verein mit dem 3. Preis ausgezeichnet, dotiert mit einer Summe von 200 Euro.

Der Ehrenpreisträger 2021 ist Enrico Hilbert. Seit 1993 setzt sich Enrico Hilbert dafür ein, die Opfer des deutschen Faschismus vor allem in Chemnitz sichtbar zu machen. Er holt die Geschichte ins Heute, indem er akribische Forschungsarbeit leistet, auf Rundgängen aufklärt oder Schulklassen durch die Gedenkstätte Buchenwald führt und die Chemnitzer „Stolpersteine“ mitinitiierte. Er hat an historischen Publikationen und an Ausstellungen, die in vergangenen Jahren beim Chemnitzer Friedenstag Beachtung fanden, mitgearbeitet. Für Aufmerksamkeit sorgte auch die Gedenkstele über die Chemnitzer Außenstelle des Konzentrationslagers Flossenbürg, an der Jagdschänkenstraße 52 – genau dort, wo sich 1944 ein Zwangsarbeiterlager für die Auto Union Siegmar befand. Enrico Hilbert ist Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Chemnitz. Für sein kontinuierliches und langes Engagement in und für Chemnitz wurde Enrico Hilbert mit dem Ehrenpreis 2021 ausgezeichnet und erhielt ebenfalls die Friedenspreis-Skulptur des Bildhauers Erik Neukirchner.

Der Kinder- und Jugendpreis ging an die Schülerin Janice Schmelzer, die mit ihrem Spendenschwein Rosalie Geld für Obdachlose sammelt. Mit 13 Jahren hatte sie das Projekt gestartet und ist schon deutschlandweit dafür ausgezeichnet worden.