++ EIL ++

1700 Corona-Fälle in Sachsen - Polizei: Bürger halten sich an Regeln

Zuletzt aktualisiert:

Die bestätigten Corona-Infektionen haben in Sachsen am Samstag weiter zugenommen - allerdings ist der tägliche Anstieg geringer als am Vortag ausgefallen. Ihre Zahl lag am Samstagmittag nach Angaben der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) bei 1700. Die Zahl der Todesfälle lag unverändert bei neun. Trotz schönsten Frühlingswetters bei bis zu 16 Grad und Sonnenschein hielten sich die Menschen in Zeiten der Pandemie an Kontaktverbote und Auflagen. Verstöße gebe es bisher nicht, sagte ein Sprecher im Lagezentrum des Innenministeriums. Vielerorts kontrollierten Polizei und Ordnungsbehörden, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Die Zahl der Patienten mit Sars-CoV-2-Infektion stieg im Vergleich zu Freitag um 195 Fälle, davor lag das 24-Stunden-Plus bei 230. Bei fünf Patienten gibt es laut LUA einen klinisch schweren Verlauf. „Hotspots“ sind die Landeshauptstadt mit 292 Infektionen, der Landkreis Zwickau mit 272 und die Stadt Leipzig mit 270. Zwischen Zahlen des Robert Koch-Institutes und denen der örtlichen Behörden kommt es immer wieder zu Differenzen, weil die Daten zu verschiedenen Zeiten erhoben werden.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht keinen Anlass zu einer schnelleren Lockerung der Ausgangsbeschränkungen. Das heimtückische Virus im Freistaat breite sich weniger schnell aus als in China oder Italien. „Sachsen ist bei einer Verdopplung in fünf bis sieben Tagen, das ist eine deutliche Verlangsamung“, sagte er den „Dresdner Neuesten Nachrichten“ (Samstag). „Wir müssen bis Ostern warten“, sagte er. Am Ostersonntag werde Bilanz gezogen. „Erst dann, wenn alles gut gelaufen ist, besteht die Möglichkeit, etwas lockere Bestimmungen gelten zu lassen.“

Die Regierung hatte vor dem Wochenende angesichts mehrerer Verstöße deutlich vor Nichteinhaltung der Ausgangsbeschränkungen gewarnt und die Kontrollen verstärkt. Stichprobenartig wurde am Samstag auch in den typischen Ausflugsgebieten wie der Sächsischen Schweiz kontrolliert, wo die Wanderparkplätze seit Ende vergangener Woche gesperrt sind - wie in Tharandter Wald und Dippoldiswalder Heide. Auch in Meißen und Dresden patrouillierten Beamte, unterstützt von der Bereitschaftspolizei, in Parks und Gärten - auch zu Pferde.

Während sich Radfahrer entlang der Elbe wie an einer Schnur bewegten, waren im Elbsandsteingebirge kaum Wanderer zu sehen und die Touristenorte nahezu verwaist. Spaziergang, Wandern, Sport mit Mitgliedern der Familie oder des Haushalts sind möglich - aber nur im privaten Wohnumfeld. „Raus darf man ja, Bewegung und Sport sind erlaubt, aber nicht in Gruppen“, sagte der Polizeisprecher. (dpa)