160 Prozent mehr Schuldner in Chemnitz
Ein leerer Kühlschrank, unbezahlte Rechnungen und das ständige Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren – wer in der Schuldenfalle steckt, kennt diese Realität nur zu gut. In Chemnitz steigt die Zahl der Menschen, die in solch schwierigen Lebenslagen Hilfe suchen, weiter an. Allein im Jahr 2024 haben sich elf Prozent mehr Ratsuchende an die freien Schuldnerberatungsstellen gewandt als im Vorjahr. In der kommunalen Beratungsstelle ist der Anstieg sogar drastisch: 339 zusätzliche Klienten – ein Plus von satten 160 Prozent.
Ein starkes Zeichen in schwierigen Zeiten
Diese Entwicklung zeigt: Die Not ist real. Doch Chemnitz handelt. Die Stadt hat nicht weggesehen, sondern reagiert – mit mehr Personal, mehr Fördermitteln und einem klaren Bekenntnis zur sozialen Verantwortung. Knapp 70.000 Euro zusätzliche Unterstützung für freie Träger und eine Aufstockung des städtischen Personals auf fast das Dreifache sind keine Selbstverständlichkeit.
Fraktionschefin Susanne Schaper: „Hier muss man die Stadtverwaltung einmal loben. Sie hat die Notlage vieler Menschen hier in Chemnitz klar erkannt und Maßnahmen ergriffen, um den Beratungsbedarf abzudecken. Ich wünsche mir, dass das auch in anderen Bereichen so gehandhabt wird und Menschen schnell Hilfe erhalten.“
Mehr als Zahlen – es geht um Schicksale
Was treibt Menschen in die Verschuldung? Laut André Dobrig, Sprecher für Soziales, sind es oft niedrige Einkommen, gesundheitliche Probleme, Sucht oder schlicht fehlendes Wissen im Umgang mit Geld. Jeder dieser Gründe erzählt eine eigene, oft bittere Geschichte. Dobrig: Umso wichtiger ist es die Schuldnerberatungsstellen ausreichend zu finanzieren. Ich hoffe, dass die Stadt hier zukünftig nicht kürzen wird, solange der Bedarf da ist.„