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Mundschutz statt Bettwäsche - Damino Großschönau hat umdisponiert

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Die Corona-Zahlen steigen weiter und auch die Zahl der Erkrankten. Die Kliniken in Sachsen bereiten sich auf viele schwere Fälle vor. Infektionsstationen wurden eilig eingerichtet, zusätzliche Beatmungsplätze aufgestellt. Weitere sollen folgen. Es fehlt  auch an ausreichend Schutzkleidung für Ärzte, Schwestern und Pfleger. Vor allem Mund- und Nasenmasken werden dringend gebraucht.   Ein Oberlausitzer Textilunternehmen hat umdisponiert und will mithelfen, den Engpass zu überbrücken. Näherinnen von Damino Großschönau  lassen die Nadel tanzen.

Das Telefon im Damino-Vertrieb steht seit Tagen nicht mehr still. Mails und Briefe treffen ein. Es sind Hilferufe von Kliniken, Arztpraxen, Seniorenheimen und Pflegediensten aus ganz Deutschland. "Wir haben unsere Produktion schon vor drei Wochen umgestellt, so Geschäftsführer Dirk Ladenberger.

50.000 Mund- und Nasenmasken wöchentlich

Zehn bis zwölf Frauen sind es am Stammsitz in Großschönau. Sie schneiden die Stoffe zu, ziehen Naht für Naht, verpacken die fertigen Masken. Außerdem lässt Damino in seinem Werk Frydlant im Isergebirge nähen sowie in Nordrhein-Westfalen – insgesamt 50.000 Stück die Woche. Klingt viel, reicht aber lange nicht. "Wenn ich auf meinen Schreibtisch schaue, könnten wir jede Woche 300.000 bis 500.000 Stück sofort ausliefern". Diese Kapazitäten hat Damino aber nicht.

Der Oberlausitzer Textilbetrieb will Kunden in der Lausitz und in Sachsen bevorzugt mit Mund- und Nasenschutz beliefern. So hat zum Beispiel das Klinikum Oberlausitzer Bergland kurzfristig 3.000 Stück erhalten. Ein Fahrer holte die Pakete aus dem Stammwerk ab.

Soforthilfe statt Kreditangebote

Mit der Mundschutz-Produktion hat Damino kurzfristig ein neues Feld erschlossen, aber kein Standbein. "Das ist ein nettes Zusatzgeschäft. Mehr aber nicht". Damit kann sich der fast 300 Jahre alte Hersteller von hochwertiger Tisch- und Bettwäsche aber nicht über die Corona-Krise retten. Die Produktion sei fast komplett zum Erliegen gekommen. Von den 140 Beschäftigte sind 90 in Kurzarbeit. Von der Politik erwartet der Damino-Chef eine Soforthilfe, eine direkte Förderung für das Unternehmen. 

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Reporter Knut-Michael Kunoth