AfD und FDP stellen Landesliste für die Landtagswahl auf

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Sachsens AfD erwartet einen Erfolg bei der Landtagswahl am 1. September und will die Regierung im Freistaat übernehmen. Auf dem Parteitag zur Aufstellung der Landesliste am Wochenende in Markneukirchen verbreiteten Funktionäre und Mitglieder der AfD viel Optimismus und beschworen eine «blauen Wende» in ganz Deutschland herauf. Zugleich wurden immer wieder Sorgen vor einer Bedrohung der deutschen Kultur durch den Islam laut. «Die Landtagswahl wird die Volksabstimmung darüber, ob Sachsen deutsch bleibt», sagte etwa Generalsekretär Jan Zwerg.

AfD-Partei- und Fraktionschef Jörg Urban kam auf Platz 1 der Liste. Der 54-Jährige erreichte eine Zustimmung von 84,5 Prozent. Offenkundig will die AfD im Wahlkampf aber mit einer Art Doppelspitze agieren. Den Begriff nahm der AfD-Fraktionsvize im Bundestag, Tino Chrupalla, in den Mund. Denkbar ist, dass Chrupalla später als Kandidat für das Amt des sächsischen Ministerpräsidenten aufgestellt wird. Eine Entscheidung darüber soll aber erst im Sommer fallen.

Beim Listenparteitag verbreiteten Urban und Chrupalla Harmonie. Urban gab sich vom Erfolg der AfD bei der Landtagswahl überzeugt. Bei der Wahl vor fünf Jahren sei man noch eine «aufstrebende Kleinpartei» gewesen, jetzt habe man reale Chancen, Regierungsverantwortung zu übernehmen, sagte er in seiner Begrüßungsrede. Der AfD sei seit 2014 ein Siegeszug gelungen und sie habe ihre politischen Themenfelder erweitert. Als Beleg nannte er unter anderem die «desaströse Migrationspolitik» und die Bedrohung der Kultur durch den Islam.

Auf Platz 2 landete AfD-Generalsekretär Jan Zwerg (53) mit 90,9 Prozent der Stimmen. Man könne die Verhältnisse in Berlin erst zum Guten wenden, wenn das in einem Bundesland gelungen sei, sagte er: «Und dieses Bundesland wird Sachsen sein.» Er kämpfe dafür, dass kein einziger Euro für «ungebetene Gäste» ausgegeben werde, sagte er mit Blick auf Flüchtlinge.

Nach Zwerg kam es zur ersten Kampfkandidatur. Dabei verlor der Landtagsabgeordnete Carsten Hütter (54) gegen Joachim Keiler (59). Danach folgen die beiden aktuellen Landtagsabgeordneten André Wendt (47) und Sebastian Wippel (36). Torsten Gahler (45) nimmt den sechsten Platz ein. Auf Platz 7 und 8 stehen zwei weitere Parlamentarier: Mario Beger (52) und Rolf Weigand (34). Damit sind unter den ersten acht Listenkandidaten fünf AfD-Abgeordnete des Landtages. Weigand erhielt tosenden Applaus, als er den rund 500 AfD- Mitgliedern im Saal ab September eine «Abschiebekultur» versprach.

Die sächsische AfD liegt in Wahlumfragen derzeit bei 25 Prozent und damit vier Prozentpunkte hinter der Union. CDU-Partei- und Regierungschef Michael Kretschmer hatte ein schwarz-blaues Bündnis nach der Wahl wiederholt ausgeschlossen.

Die sächsische FDP hat ihren Vorsitzenden Holger Zastrow zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 1. September gekürt. Allerdings erhielt der 50-Jährige am Samstag auf einem Parteitag in Annaberg-Buchholz mit 62,2 Prozent der möglichen Stimmen einen argen Dämpfer. 153 Delegierte sprachen sich für den langjährigen Vorsitzenden aus, 88 waren gegen ihn, fünf enthielten sich.

Bei der letzten Wahl zum Spitzenkandidaten 2014 hatte Zastrow noch 90,2 Prozent erreicht. In seiner Rede gab er sich kämpferisch: «Wir müssen in unserem Land dringend etwas ändern. Ich ertrage die Langsamkeit, die Gängelei und die Bürokratie nicht mehr.» (mit dpa)